Die Geschichte des Muso Jikiden Eishin Ryu Iaido
(der Versuch einer Historie)
"Geschichte ist ein Destillat aus Gerüchten"
Thomas Carlyle
Die exakte Geschichte des Muso Jikiden Eishin Ryu läßt sich heute nicht mehr rekonstruieren. Zu oft
hat sich die Linie des Ryu geteilt und zu viele Gruppierungen innerhalb des Ryu sind in den letzten
Generationen entstanden. Jede dieser Gruppen hat IHRE eigene Version der Ereignisse, welche den jeweiligen
Meisterlehrer dieser Gruppierung als rechtmäßigen Erben der Muso Jikiden Eishin Tradition darstellt.
Die Geschichte des Ryu kann daher nur in Fragmenten aufgezeigt werden. Selbst Bemühungen in letzterer Zeit,
die bestrebt waren, die einzelnen Geschichtsversionen der verschiedenen Gruppierungen gleich einem Puzzle
zusammenzufügen, sind vorerst gescheitert. Zu groß sind die Widersprüche in den Darstellungen und zu
unterschiedlich die Datierungen einzelner Ereignisse. Es muss davon ausgegangen werden, daß die "einzig
wahre und authentische Geschichte" des Muso Jikiden Eishin Ryu niemals geschrieben wird, falls es so etwas
wie "wahre und authentische Geschichte" überhaupt gibt.
Diese Darstellung ist daher auch durch die Ansichten innerhalb der IMAF gefärbt, obwohl durchaus versucht
werden soll, auch andere Ansichten einfließen zu lassen. Dem Kenner der Tradition sei vorweg gesagt, dass
der in der IMAF Deutschland gelehrte Muso Jikiden Eishin Ryu massgeblich durch die Linie geprägt wurde, die
Ikeda Soke als den legitimen, 22. Großmeister des Ryu betrachtet und auch als "populärer Stil" bezeichnet
wird. Dennoch sind andere Strömungen in der IMAF Japan vertreten. Nakayama Hakudo (Muso Shinden Ryu) war
einer der Mitbegründer der IMAF und viele Meister der IMAF gehören dem "originalen Stil" oder sogar beiden
Richtungen an (original und populär). Hier sei auf das Schaubild auf Seite 3 verwiesen, dass als Basis
dieses Artikels dient.
Die Anfänge
Der Stil geht zurück auf einen Samurai namens Jinsuke Shigenobu, auch genannt Hayashizaki
Jinsuke Minamoto no Shigenobu. Dass dieser gelebt und seinen eigenen Schwertstil gegründet hat, ist
verbrieft. Doch bereits bei seinem Geburtsdatum beginnen die Unstimmigkeiten. Am korrektesten ist es zu
behaupten, dass er in der Mitte des 16. Jahrhunderts geboren wurde. Manche Quellen geben 1546, andere 1548
oder 1549 als sein Geburtsjahr an. Er wurde geboren und lebte in der Provinz Sagami (der heutige Präfektur
Kanagawa). Betrachtet man das Geburtsjahr, so sieht man sofort, dass Jinsuke Shigenobu ein Kind des
Krieges war. Die Periode der kriegführenden Reiche (Sengoku Jidai) ging in die heiße Endphase.
Diese Epoche dauerte von 1478 bis 1577 und war von konstantem Bürgerkrieg gekennzeichnet. Erst Oda Nobunaga
gelang es, das Reich quasi zu einigen, doch dauerte es bis zum Jahre 1603, dem Beginn des Tokugawa-Shogunats,
bis endlich Frieden eintrat. Die Krieger jener Zeit waren Praktiker, weniger Philosophen. An Kampftechniken
zählte nur, was auf dem Schlachtfeld oder im Duellkampf Erfolg hatte. Das Konzept des Bushido im
heutigen Sinne war noch nicht formuliert worden und gekämpft wurde mit allen Mitteln (fairen und unfairen).
Es war diese Zeit, die den jungen Samurai Jinsuke Shigenobu formte. Auch wenn nicht bekannt ist, ob
er Schlachtfelderfahrung hatte, so ist davon auszugehen, dass er durch eine Anschauung geprägt war, die den
Hauptaugenmerk auf eine effiziente Technik legte.
Etwa in seinem 25. Lebensjahr (also irgendwann zwischen 1570 und 1580) bereiste er die Region Oshu
und betete im Dorf Okura am Hayashizaki-Tempel zu der Gottheit Hayashi Myojin.
Es geht die Legende, dass er diese Wallfahrt machte, weil sein Vater von einem überragenden Samurai im Duell
getötet worden war. Jinsuke Shigenobu, der wußte, dass er dem Gegner unterlegen war, pilgerte zu dem
Tempel, um bei der Gottheit um Einsicht in die Kampfkünste zu beten. Die Legende erzählt weiter, dass er
nach hundert Tagen des Gebets und des Trainings seinen eigenen Stil kreierte, der das Ziehen und das
Schneiden in einer Bewegung lehrt. Er soll den Tod seines Vaters erfolgreich gerächt haben (entnommen aus
[ShiLeo95] ). Daher läßt sich auch das Gründungsdatum des Ryu nicht exakt bestimmen. Ob Jinsuke den
Stil in dem Moment seiner Erleuchtung durch die Gottheit Hayashi Myojin begründete, oder die Regeln
erst später formulierte, ist nicht bekannt. Der Gründungszeitpunkt liegt "irgendwann" um 1580.
Zu Ehren der Gottheit benannte er den Stil Shinmei Muso Ryu (was man in etwa mit "göttlich
inspirierter Stil ohne Gleichen" übersetzen kann).
Seine Nachfolger benannten ihn auch oft Hayashizaki Ryu oder Muso Hayashizaki Ryu.
Er war jedoch auch unter den Namen: Shigenobu Ryu, Hayashizaki Shigenobu Ryu, Jushin Ryu und wohl
noch einigen anderen Bezeichnungen bekannt. Jinsuke Shigenobu selbst fügte den Namen des Tempels
seinem eigenen Namen ab diesem Zeitpunkt hinzu und nannte sich fortan Hayashizaki Jinsuke Minamoto no
Shigenobu.
In einigen Publikationen wird Hayashizaki Shigenobu als der Erfinder des Iai-Jutsu oder
Batto-Jutsu dargestellt. Dies ist nicht ganz korrekt. Die Idee, das Ziehen des Schwertes mit dem
ersten Schnitt zu kombinieren, um dann sofort weitere Angriffe zu starten, ist viel älter. Ein Schnitt aus
dem Ziehen heraus ist entweder eine Reaktion auf einen Überraschungsangriff, oder selbst ein plötzlicher
Angriff, der dem Gegner wenig Chancen auf Gegenwehr läßt. Wie bereits erwähnt, so war erlaubt, was zum Sieg
führte. Jedenfalls hat Iai nichts mit jener Form des ehrenhaften Duellkampfes zu tun, in dem beide
Kontrahenten ihren Namen rufen, die Schwerter ziehen und dann aufeinander losgehen. Als Beispiel seinen
drei Ryu genannt, welche alle das Konzept des Batto-Jutsu beinhalten und viel älter sind, als die von
Hayashizaki Shigenobu begründete Tradition:
- Tenshin Shoden Katori Shinto Ryu; gegründet 1448 durch Iizasa Choisai Ieano;
- Takenouchi Ryu gegründet 1532 durch Takenouchi Chunagon Daijo Hisamori;
- Tatsumi Ryu, gegründet ca. 1550 durch Tatsumi Sankyo
Doch obwohl die Idee nicht neu war, so muss Hayashizaki Shigenobu ein enorm beeindruckender Mann
gewesen sein; denn sonst hätten nicht über 50 Ryu (die teilweise nicht mehr existieren) von sich behauptet,
ihre Lehren und Prinzipien würden auf diesen Mann zurückgehen. Es ist möglich, dass Hayashizaki
Shigenobu als neuen Ansatz eine spirituelle Komponente bot. Die Zeit des ausgehenden 16. Jahrhunderts
war auch von der verzweifelten Suche nach einem Gegenpol zu den 100 Jahren des Blutvergießens gekennzeichnet.
Dies zeigt der hohe Einfluss des Zen-Buddhismus zu dieser Zeit, vor allem der Mönch Takuan und
seine Lehren. Etwa zur gleichen Zeit verband ein Zeitgenosse Shigenobus, Yagyu Muneori - genannt
Sekishusai - die Prinzipien des Zen mit der Schwertkunst seiner Familie, dem Yagyu Shinkage Ryu.
Damit gilt er als einer der Initiatoren des Budo. Es wäre jedoch denkbar (wiewohl dies reine Spekulation
des Autors ist), dass Hayashizaki Shigenobu bereits zu seiner Zeit einen sehr defensiven Ansatz
lehrte und seinen Stil als eine Reaktion auf die fast alltäglichen Überfälle sah, anstatt ihn als einen
weiteren Kampfstil für das Schlachtfeld und den Duellkampf zu proklamieren. Gegen 1617 soll Hayashisaki
Shigenobu noch einmal in die Gegend von Oshu aufgebrochen sein, wahrscheinlich mit dem Ziel,
seinen Stil mit anderen Schwertschulen zu vergleichen. Ob er dort ankam, läßt sich nicht mehr feststellen.
Sein Todesdatum wird jedoch allgemein mit 1621 angegeben.
Zumindest kann man behaupten, daß Hayashisaki Shigenobu der erste war, der Iai zum zentralen
Kernthema einer Schwertkunst machte und aus diesem Blickpunkt heraus, die nachfolgenden Iai-Stile maßgeblich
beeinflußt hat.
Im folgenden soll ein kurzer (und bei weitem nicht vollständiger) Stammbaum einen Überblick über den Ryu
seit seiner Gründung geben. Dieser Stammbaum beinhaltet nur die Hauptzweige, die heute am meisten vertreten
sind. Alle Nebenlinien mit ihren Vertretern sind dem Autor bei weitem nicht bekannt:
Entwicklung bis in die 11. Generation
Die erste Abspaltung entstand bereits in der zweiten Generation. Der zweite Großmeister begründete sein
eigenes System, das ebenfalls Iai-Jutsu und Kenjutsu lehrte. Die Samurai des
Tamiya-Ryu sollen bedeutende Vasallen der Tokugawa Shogune gewesen sein. Angeblich existiert
die Schule noch heute, mit Tsumaki Seirin als aktuellem Großmeister.
Auch der dritte Großmeister begründete einen eigenen Ryu. Ob Nagano Muraku Nyudo nur noch von Tamiya
Heibei Shigemasa oder sogar noch von Hayashizaki Shigenobu unterrichtet wurde, läßt sich heute
nicht mehr feststellen. Jedoch war auch im Muraku-Ryu das Iaijutsu das zentrale Thema.
Ein heute nicht mehr nachvollziehbare Hauptspaltung muß nach dem 5. Großmeister, Arikawa Shozaemon Munetsugu
stattgefunden haben. Der Ryu teilte sich in den Muso Hayashizaki Ryu, der von Banno Danemon no
Jo Nobusada weitergeleitet wurde und den Shinmuso Hayashizaki Ryu. Letzterer ist ebenfalls
noch existent, mit Sasamori Takemi als aktuellem Vertreter. Es läßt sich heute nicht mehr feststellen,
welcher dieser beiden Ryu die Originallinie weiterführte und welcher die Abspaltung war. Beide Traditionen
sehen Hayashizaki Shigenobu als den Begründer ihrer Kunst an.
Die wohl einflußreichste Person in der Geschichte des Ryu nach seinem Begründer ist Hasegawa Eishin,
der manchmal auch mit dem Namen Hasegawa Chikaranosuke Eishin Hidenobu benannt wird. Man sagt
ihm nach, sein Können sei dem von Hayashizaki Shigenobu ebenbürtig gewesen. Er revolutionierte den
Stil, fügte den kurzen Chiburi (Katana o kaesu) hinzu und prägte den Stil in einem so entscheidenden
Maße, daß der Ryu in Hasegawa Eishin Ryu umbenannt wurde. Ob Hasegawa Eishin selbst
bereits den Namen Muso Jikiden Eishin Ryu benutzte, ist fraglich. Weitere gebräuchliche Namen
waren auch: Eishin Ryu, Hidenobu Ryu, Hasegawa Hidenobu Ryu und noch einige andere Bezeichnungen. Die
in [ShiPel95] beschriebene Anekdote, Hasegawa Eishin habe von Toyotomi Hideoshi den
Titel "Muso Ken" (= Schwert ohne Gleichen) verliehen bekommen, muss jedoch ins Reich der Legende
verwiesen werden. Das Geburtsdatum Hasegawa Eishins ist zwar nicht bekannt, aber er selbst hat den
Stil höchstwahrscheinlich um 1710 von Banno Danemon no Jo Nobusada in Edo (heute Tokyo)
erlernt. Toyotomi Hideyoshi, der Nachfolger Nobunagas, der dessen Werk das Reich zu einigen
fortsetzte, starb jedoch 1598. Er kann Hasegawa keine Titel vergeben haben, denn als dieser
Großmeister wurde, war Hideyoshi schon seit mindestens 110 Jahren tot. Falls Hasegawa Eishin
den Titel "Muso Ken" erhalten hat (was historisch nicht dokumentiert ist) so sicherlich nicht von
Hideyoshi. Dies soll [ShiPel95] aber keinen Abbruch tun. Es ist ein hervorragendes Werk, dass jedem
Interessierten nur wärmstens empfohlen werden kann.
Wie auch bei Hayashizaki Shigenobu, ranken sich viele Legenden um die Person des Hasegawa Eishin.
Was Dichtung und was Wahrheit ist, läßt sich heute schwerlich sagen. Ebenso ominös ist das Auftauchen des
Muso Jikiden Ryu. Nur bei [WarDra99] findet sich die Anmerkung, dass Gerüchten zufolge, Hasegawa
Eishin nicht nur der siebte Großmeister des Shin Muso Hayashizaki Ryu sondern auch der 19.
Großmeister des Muso Jikiden Ryu gewesen ein soll. Noch rätselhafter ist die Vermutung, dass
Iizasa Choisai Ieano; der Gründer des Tenshin Shoden Katori Shinto Ryu der
siebte Großmeister dieses Systems gewesen sein soll. Der Muso Jikiden Ryu muß also bereits im 14.
Jahrhundert - angeblich als umfangreiches Waffensystem - gegründet worden sein.
Vermutungen über diesen Stil sind jedoch reine Spekulation; wenn er jemals existierte, so ist er heute
zumindest verschwunden. Ob er Hasegawa Eishin bei seinen Modifikationen des Hayashizaki Ryu
beeinflußt hat (und ob dieser überhaupt ein Großmeister des Muso Jikiden Ryu war), läßt sich heute
nicht mehr feststellen.
Ein weiterer Schüler Eishins war Omori Rokurozaemon Masamitsu. Aus persönlichen Gründen
wurde er jedoch von Hasegawa Eishin aus dem Ryu ausgestoßen. Er studierte später noch die Schwertkunst
des Yagyu Shinkage Ryu und den Ogasawara Ryu, eine Tradition, die Etikette und
Tee-Zeremonie lehrte. Mit dem Eishin Ryu als Basis und den fünf grundlegenden Zugtechnicken des Yagyu
Shinkage Ryu erschuf er seinen eigenen Iaistil. Der Omori Ryu kombiniert Iai-Techniken mit
der sitzende Position Seiza aus der Tee-Zeremonie, wie sie im Ogasawara Ryu gelehrt wurde. Die
Seiza-Position, die auch in der Zen-Meditation Verwendung findet, einzunehmen, war bis dato in einer
Schwertkunst unüblich. Nahm ein Samurai an einer Teezeremonie oder einer Meditation teil, so trug er dabei
keine Waffen - zumindest nicht das Langschwert. War er jedoch für den Kampf gerüstet und bewaffnet, so
wählte er zum Sitzen eine Methode, bei der er das linke Bein unterschlug und sich das rechte vor sich
anwinkelte. Dies Position wird je nach Variation und Schule als Tate-hiza, Fudoza oder Iai-goshi
bezeichnet. Mußte der Samurai blitzartig aufstehen und kämpfen, so konnte er das durch das Aufstellen des
rechten Beines den Körper schnell hochdrücken. Dies war vor allem hilfreich, wenn er die schwere Rüstung
trug. Mit dem Schwert in Seiza zu sitzen, so wie es im Omori-Ryu gelehrt wurde, war nicht nur
unüblich sondern auch wenig praktikabel (zumindest wenn man gepanzert war). Es zeigt, dass es dem Gründer
hier nicht um das reine Kämpfen ging, sondern um eine spirituelle, meditative Komponente, welche mit dem
Seiza-Sitz verbunden ist.
Der 9. Großmeister des Eishin-Ryu, Hayashi Rokudayu Morimasa (1661 - 173?), war jedoch
nicht nur ein direkter Schüler des 8. Großmeisters (Arai Seitetsu Kiyonobu) sondern er lernte auch
Omori-Ryu direkt unter Omori Rokurozaemon Masamitsu. Das Ergebnis davon war, dass die 11
grundlegenden Kata des Omori-Ryu in den Eishin-Ryu einflossen. Diese sind heute als Seiza-no-Bu
bekannt und sind Teil der Shoden-Stufe des Eishin-Ryu. Da sie dem Omori-Ryu entstammen,
beginnen sie nicht - wie alle anderen sitzenden Kata des Eishin-Ryu - in Tate-hiza, sondern in
Seiza. Dadurch erklärt sich auch das Paradoxon, warum die Kata zwar als Seiza-no-Bu bezeichnet
werden, eine davon (Oi-kaze) jedoch im Stehen beginnt und auch im Stehen beendet wird. Es handelt
sich eben NICHT um die Seiza-Kata des Eishin-Ryu, sondern eigentlich um die Shoden-Kata des Omori-Ryu
- und da war nunmal auch eine stehende Kata dabei.
Es heißt ferner, dass sich Omori Masamitsu und Hasegawa Eishin nach der Gründung des Omori-Ryu
wieder versöhnt hätten. Auch der 11. Großmeister des Eishin-Ryu (Oguru Motoemon Kiyokatsu) war
ebenfalls ein direkter Schüler von Omori Masamitsu. Es ist dieser Oguru Kiyokatsu von dem es
heißt, er habe den Eishin-Ryu in der Provinz Tosa etabliert.
Die Krieger aus Tosa
Die Provinz Tosa lag auf der Insel Shikoku und bildete fast deren ganzen südlichen Teil. Vor
der Zeit des Tokugawa-Shoguntas wurde Tosa (und zeitweilig auch die ganze Insel) von der
Chosokabe-Familie beherrscht. Diese waren, nach einer Invasion Hideyoshis auf Shikoku,
seine Vasallen geworden. So standen an einem nebligen Oktobermorgen im Jahre 1600 die Tosakrieger auf dem
schlammigen Schlachtfeld von Sekigahara um ebenfalls an der berühmtesten Schlacht der
japanischen Geschichte teilzunehmen und zwar auf seiten der Allianz, welche Toyotomi Hideyori
(Hideyoshis noch minderjährigen Sohn) unterstützte. Auf der anderen Seite hatte Tokugawa Ieyasu
mit seinen Verbündeten Aufstellung genommen. Der Ausgang der Schlacht ist allgemein bekannt. Am Abend war
Tokugawa Ieyasu unumschränkter Herrscher über ganz Japan und die Tosa zählten mit zu den
Verlierern. Bereits einen Monat nach der Schlacht, im November 1600, wurde der Chosokabe-Clan
abgesetzt und das Fürstentum Tosa der Yamanouchi-Familie, welche treue Vasallen der Tokugawa
waren, übergeben. Die Tosa-Krieger waren von den neuen Herren in keinster Weise begeistert und es kam immer
wieder zu Aufständen und Überfällen, bis nach mehreren exemplarischen Hinrichtungen und Kreuzigungen eine
gewisse Waffenruhe eintrat. Von diesem Zeitpunkt an, waren die Tosa-Samurai erklärte Gegner des
Tokugawa-Shogunats und bleiben dies bis zu seinem Ende im Jahre 1868.
Die Machtübernahme durch die Tokugawa-Familie brachte massive Änderungen für ganz Japan. Um die
Fürsten (jap.: daimyo) zu kontrollieren, mußten diese Geiseln stellen und an den Hof der Tokugawa
in Edo senden. Ferner wurde der Ausbau von Festungen verboten und die über ihre Fürstentümer
verstreuten Samurai mußten ihre Wohnsitze in die Burgen ihrer Lehnsherren verlegen, oder zumindest einen
gewissen Zeitraum im Jahr an den Höfen ihrer Herren anwesend sein. Somit wurde sichergestellt, dass die
einzelnen Fürsten und ihre Vasallen sich an zentralen Orten aufhielten, wo sie besser zu kontrollieren waren,
statt in der Abgeschiedenheit ländlicher Regionen Guerilla-Taktiken zu trainieren, Waffen zu horten und
Komplotte zu schmieden. Schon Toyotomi Hideyoshi hatte die soziale Mobilität stark eingeschränkt,
indem er den Stand der jizamurai abgeschafft hatte. Diese Samurai waren teils Bauern, teils
Krieger und bildeten, zusammen mit käuflichen Söldnern und anderen nicht adeligen Kriegern, die
Hauptstreitmacht der japanischen Armeen. Alle jizamurai wurden nach einem Erlass Hideyoshis in
den Kriegerstand erhoben, was zunächst eine starke Militärkaste schuf. Kein Bauer konnte mehr zur Waffe
greifen und kein Krieger konnte mehr Bauer werden. Doch der Nachteil zeigte sich schon wenige Generationen
später. Freie Posten in der Kriegerkaste (bushi), wurden nicht von interessierten Kämpfern besetzt,
sondern konnten nur an Personen vergeben werden, die in die Klasse des Kriegsadels hineingeboren waren,
ganz gleich ob diese kämpferische Ambitionen hatten, oder nicht. So kam es, dass Personen, die an
Kampfkünsten eigentlich vielleicht gar kein Interesse hatten, militärische Posten besetzten mussten. Durch
die weiteren Einschränkungen der Tokugawa-Regierung kam es zu einem immer größeren Verfall der Kampfkünste.
Da die Samurai an ihren Höfen bleiben mussten und keine andere Tätigkeit ausüben durften, gaben sie sich
allerlei Zeitvertreib und Vergnügungen hin. Die Kampfkünste spielten aufgrund der Tatsache, dass es keine
Kriege mehr gab, dabei nicht unbedingt die Hauptrolle. Nur in den ländlichen Regionen, wurden die alten
Kriegskünste weiter betrieben. Weitab der grossen Städte, hatte man noch immer damit zu kämpfen, die
Strassen gegen Banditen zu sichern, die Dörfer gegen herumziehende Ronin (herrenlose Samurai) zu
schützen, usw. Und der alles kontrollierende Arm der Tokugawa reichte nicht immer bis in den letzten Winkel
des Reiches (vgl. [Draeger97]). So war auch die Situation in Tosa.
Tosa war ein ländliches Gebiet und viele seiner Krieger waren im selben Maße auch Bauern und Fischer.
Die Edikte der Tokugawa trafen sie daher besonders hart und da der Yamanouchi-Clan seine eigenen
Samurai mitgebracht hatte, wurden viele der Tosa-Samurai zu einfachen Bauern degradiert. Jedoch hatten die
Yamanouchi zuwenig Leute, um die Sicherheit in Tosa aufrecht zu erhalten. Daher wurden Milizen
aus den ehemaligen Tosa-Kriegern aufgestellt. Diese "Ordnungskräfte" und Bauernkämpfer wurden als goshi
bezeichnet. Unter diesen fand der Eishin-Ryu als Schwertstil weite Verbreitung.
Ab wann der Eishin Ryu zum Schwertstil der Tosa wurde, läßt sich heute nicht mehr sagen. Es
wird gemutmaßt, dass Hasegawa Eishin auf der Insel Shikoku geboren wurde. Damit könnte schon
seit seiner Zeit der Stil in Tosa bekannt geworden sein. Andere Quellen geben Oguru Kiyokatsu (den 11.
Soke) als den Großmeister an, der den Stil in Tosa bekannt machte. Dies erscheint dem Autor jedoch etwas
spät. Nach Aussage von Keiji Tose Sensei (9. Dan Hanshi) führte der 9. Großmeister (Hayashi Morimasa)
die 11 Shoden-Kata des Omori-Ryu deswegen ein, weil die Krieger des Eishin-Ryu im Ruf
gestanden haben sollen, ein herausragend schlechtes Benehmen zu haben. Dies aber trifft ziemlich genau auf
die Tosa zu. Diese waren nunmal sehr "ländlich" und von kultivierter höfischer Sitte weit entfernt.
Es steht zu vermuten, dass der Ruf der Tosa eher der des "unkultivierten, gewöhnlichen Landei" war.
Hinzukommt, dass - aufgrund der Feindschaft zur Regierung - die Tosa meist ziemlich schnell mit der Hand am
Schwert waren. Es könnte sein, dass Hayashi Morimasa deshalb entschloß, die Kata des Omori-Ryu
aufzunehmen, weil dieser stark vom Ogasawara Ryu (eben jener Etikette- und Benimm-Schule) beeinflußt
war und etwas Etikette konnten die Tosa dringend brauchen. Das würde bedeuten, dass der Eishin-Ryu
zu Beginn des 18. Jahrhunderts (ca. 1730 / 1740) nach Tosa kam. Dies ist jedoch eine Mutmaßung des
Autors aufgrund der Berichte von Tose Sensei. Ein historischer Beleg ist nicht bekannt.
Warum gerade der Eishin-Ryu großen Anklang in Tosa fand, liegt auf der Hand, da das zentrale
Thema dieses Schwertstils das Iai-Jutsu war; also das blitzschnelle Ziehen, aufgrund eines
überraschenden Angriffs, oder um einem Aggressor zuvorzukommen. Genau das war es, was die goshi bei
ihrer täglichen Aufgabe, als Polizeikräfte brauchten. Keine ritualisierten Duellkämpfe, sondern eine Kunst,
um mit Hinterhalten, plötzlichen Überfällen oder mit der Verhaftung Verdächtiger fertig zu werden. All dies
waren Situationen, in denen es wichtig war, schneller als alle anderen zu sein.
Tanimura-ha und Shimomura-ha
Nach dem elften Großmeister Oguru Motoemon Kiyokatsu blieb die Nachfolge lange Zeit ungeklärt und
zwei seiner Schüler führten die Linie des Eishin-Ryu weiter. Es entstanden also zwei Zweige von denen
heute nicht mehr gesagt werden kann, welcher die Originallinie und welcher die Abspaltung war. Viel näher
liegt die Vermutung, dass beide gleichberechtigt waren. Auch scheint es zwischen den Vertretern der
beiden Richtungen keine Übereinkunft über diesen Sachverhalt, oder über die resultierenden Großmeisterlinien
gegeben zu haben. Jedenfalls definierte der Samurai Shimomura Moichi Sadamasa den Zweig den
er vertrat, erstmalig als eigenständige Linie, weswegen dieser Zweig als Shimomura-ha
(ha = Ableger, Version) bezeichnet wurde. Die Anhänger dieser Linie sehen daher Shimomura Moichi
Sadamasa als den legitimen 14. Großmeister des Eishin-Ryu und Matsuyoshi Teisuke Hisanari
als den 12. Soke an. Etwa zur selben Zeit war Tanimura Kame no Jo Yorikatsu der Großmeister
des "anderen" Zweiges. Diese Linie wurde daher als Tanimura-ha bezeichnet. Tanimura Yorikatsu
war im Gegensatz zu Shimomura Sadamasa kein klassischer Krieger sondern (wie sollte es anders sein)
ein goshi aus Tosa, weswegen der Shimomura-ha lange als die "klassischere Form"
angesehen wurde. Die Anhänger der Richtung Tanimura-ha betrachten Hayashi Masu no Jo Masanari
als den legitimen 12. Großmeister des Eishin-Ryu. Es fällt auf, dass beide Linien die Silbe ha
verwenden. Dadurch erhebt keine gegenüber der anderen den Überlegenheitsanspruch als "die Originallinie"
zu gelten. Beide fassten sich als gleichwertige, komplette Weiterführung des Schwertstils von Jinsuke
Shigenobu auf.
Da der Autor dieses Artikels der Tanimura-ha (die Bauern Variante) angehört, sind nur wenige
Informationen über die weitere Geschichte des Shimomura-ha bekannt. Herauszuheben ist vor allem der
16. Großmeister dieser Linie, Nakayama Hakudo Morimichi (1869 - 1958). Er war zu Beginn des
20. Jahrhunderts eine der herausragenden Persönlichkeiten auf dem Gebiet der klassischen Kriegskünste in
Japan. Er hatte diverse Ryu studiert, z.B. den Shindo Munen Ryu (ein auch in Tosa verbreiteter
Stil), Itto Ryu (Yamaguchi-Linie) und die Shimomura-ha unter Hosokawa Yoshimasa. Er
war der 16. Großmeister der Shimomura-ha und wird von einigen auch als der letzte Großmeister
dieser Linie angesehen, da die Nachfolge extrem strittig ist und einige Historiker behaupten, er habe gar
keinen Nachfolger benannt. Fakt ist, dass er die von ihm ausgeübte Schwertkunst in den 30er Jahren des 20.
Jahrhunderts als Muso Shinden Ryu bezeichnete und diesen Namen fortan verwendete. Es gibt
durchaus Stimmen in der Tanimura-ha, die den Muso Shinden Ryu nicht als Koryu
(traditionellen Stil) betrachten, weil für sie dieser Stil eine Neugründung durch Nakayama Hakudo ist.
Der Autor hat diesen Stil nie praktiziert. Was mir aber an Material darüber zur Verfügung steht, lässt -
angesichts der dargestellten Kata - jedoch darauf schließen, daß der Stil nur neu benannt wurde.
Die Ähnlichkeiten in den Kata erscheinen mir einfach zu groß.
Es gibt innerhalb der Shimomura-ha ebenfalls mehrere konkurrierende Großmeisterlinien. Die in Europa
bekannteste ist in dem Genealogie-Baum auf Seite 3 dargestellt und wurde aus [WarDra99] entnommen.
Während der Verlauf der Shimomura-ha anfangs dieses Jahrhunderts etwas unklar wird, so bestand die
Tanimura-ha recht stabil bis zum 17. Großmeister weiter. Oe Masamichi (1852 - 1927)
gilt als Reformer des Stils, indem er die Kata des Stils neu ordnete (in Shoden-, Chuden- und
Okuiai-waza) und die Aufnahme der Omori-Ryu Kata offiziell machte, indem er sie als
Shoden-kata definierte. Er war es auch, der als offiziellen Titel des Ryu den Namen "Muso Jikiden
Eishin Ryu" wählte.
Oe Masamichi war nicht nur ein Zeitgenosse von Nakayama Hakudo, sondern beide tauschten sich
angeblich auch regelmäßig aus und sollen sogar zusammen trainiert haben, so dass sich ihre Auffassung von
Iaijutsu und Battojutsu wohl gegenseitig beeinflußten.
Die Tanimura-ha bis heute
Ab der Nachfolge von Oe Masamichi wird es auch in der Tanimura-ha etwas verwirrend. Ein
Grund hierfür könnte sein, dass die Verleihung des kogen no maki (entspricht dem Menkyo Kaiden
anderer traditioneller Ryu) unabhängig vom Großmeistertitel ist. Das kogen no maki
dokumentiert, dass sein Träger das komplette System mit all seinen Details und Geheimlehren gemeistert
hat (er hat alles gelernt, was man von und über den Muso Jikiden Eishin Ryu lernen kann) und
autorisiert ist, das System in eigener Verantwortung zu lehren. In vielen traditionellen Ryu wird
das komplette Wissen nur an den nachfolgenden Großmeister weitergegeben; nicht so im Eishin Ryu.
Ist dann die Nachfolge nicht exakt schriftlich fixiert, so kann es sein, dass konkurrierende
Großmeisterlinien entstehen oder von unterschiedlichen Schülerfraktionen verschiedene Meister als
rechtmäßige Soke betrachtet werden.
Wenn man den Diskussionen auf e-budo.com Glauben schenken darf, dann sind mindestens sieben verschiedene
Großmeisterlinien innerhalb der Tanimura-ha bekannt. Die drei bekanntesten sind in der Genealogie
auf Seite 3 aufgeführt.
Bedeutend für das in der IMAF gelehrte Muso Jikiden Eishin Ryu Iaido ist der Split nach Fukui
Harumasa. Der Zweig spaltete sich in den populären und den originalen Stil (japanische Bezeichnungen
hierfür sind dem Autor leider unbekannt). Als geschichtliches Ereignis ist hier das Ende des zweiten
Weltkriegs dominierend. Die Amerikaner hatten sofort nach der Besetzung Japans zunächst die Ausübung der
Kampfkünste untersagt. Viele der Meister fürchteten die Vernichtung und das Aussterben dieser Künste und
suchten nach Möglichkeiten der Rehabilitierung. Dies ist der Beginn der IMAF, welche aus der ersten
Demonstration der japanischen Kampfkünste für die amerikanischen Offiziere hervorging. Es ist auch ein
wichtiger Punkt in der Geschichte des Eishin Ryu. Laut Aussage von Hiromichi Otani Sensei (8.
Dan originaler Stil und einer der Iaidomeister der IMAF) entschied sich eine Fraktion innerhalb des
Eishin-Ryu den Techniken einen Teil ihrer direkten Kampfrelevanz zu nehmen und stärker zum Do zu
entwickeln. Betonung liegt hier auf die Formung der Persönlichkeit durch das Do und ein Zeugnis der
Friedfertigkeit nach den verheerenden Schrecken des 2. Weltkriegs abzugeben. Grossmeister dieser Richtung
wurde Kono Hayakuren. Diese Fraktion bildet den heute als "populären Stil" bekannten Zweig
des Ryu. Seit dem Tod von Fukui Tarao ist Ikeda Seiko der 22. Großmeister des populären
Stils.
Andere Ausübende des Muso Jikiden Eishin Ryu wollten ihn jedoch in seiner kampf-bezogenen Vielfalt
erhalten. Sie trainierten - entgegen des Verbots der amerikanischen Verwaltung - den Stil im Verborgenen
weiter. Grossmeister dieses "originalen Stils" wurde Takeshima Toshio. Die heute durch
Muranaga Hidekuni repräsentierte Linie betont noch immer die Tauglichkeit der Techniken im
Kampf und legt Wert darauf, dass die Kata wie unter "Kampfbedingungen" trainiert werden.
Der Autor hatte die grosse Ehre während eines Trainingsaufenthalts im April 2002 in Japan unter Vertretern
beider Stilrichtungen trainieren zu dürfen. Die Kata sind in ihrem Gesamtbewegungsablauf identisch und
unterscheiden sich nur in kleinen Details. Diese jedoch entscheiden über Sekundenbruchteile, bzw. darüber
ob man in einem bestimmten Moment gedeckt ist, oder nicht.
Leider beinhaltet schon die Bezeichnung "originaler Stil" eine Wertung. Das Original hat gegenüber der
Absplittung immer den Anspruch der Authentizität.
Der Autor sieht dies nicht so. Beide Stile sind gleichberechtigt; keiner "besser" oder "schlechter". Jeder
hat seine volle Berechtigung in dieser Welt. Der eine als immer noch praktizierte Methode hocheffizienter
Bewegungen, die in einem Kampf von entscheidender Bedeutung sind; der andere als Beispiel dafuer, dass der
Mensch aus den Schrecken des Krieges seine Lehren ziehen kann und aus einer Methode des Kampfes ein
Instrument zur Erreichung inneren Friedens schaffen kann.
Es ist dieses Paradoxon dass die grosse Faszination des Iaido ausmacht und es verbietet hier in "besser"
oder "schlechter" zu werten. Selbes gilt für den Vergleich zwischen verschiedenen Iai-Stilen.
Ein weiterer, im Schaubild auf Seite 3 aufgeführter Zweig der Tanimura-ha ist die Linie unter Miura
Takeyuki Hirefusa, der von den Vertretern dieser Richtung als 20. Soke des Muso Jikiden Eishin Ryu
betrachtet wird. Diese Linie praktiziert kein Iaido sondern Iaijutsu und ist der in [ShiLeo95]
dokumentierte Stil. In den anderen beiden Linien wurde nach dem 2. Weltkrieg jegliche Ausübung des
Tameshigiri (Schnitttest an Bambusballen) abgeschafft und somit der aggressive Charakter aus
dem Ryu genommen. Dadurch änderte sich auch die Bezeichnung von Iaijutsu in Iaido. Da die Linie von Miura
Takeyuki Hirefusa diese Entwicklung nicht mitgemacht hat, wird das Tameshigiri dort noch immer
praktiziert.
Warum Soke das Tameshigiri ablehnte (ob es Fukui Harumasa selbst, oder aber eine Übereinkunft
seiner Nachfolger war) und aus dem Curriculum entfernt hat, ist dem Autor unbekannt. Es existieren zwar
Gerüchte, doch sind diese nicht verläßlich, so dass an dieser Stelle darüber keine Auskunft gegeben werden
kann.
Das in der IMAF Deutschland gelehrte Iaido ist stark vom populären Stil geprägt. Jedoch werden in höheren
Dan-Graden auch die Unterschiede zum "originalen Stil" Teil der Ausbildung, so dass die Möglichkeit
besteht auch diesen zu erlernen. Der Autor rät jedoch aus eigener Erfahrung zunächst mit dem populären
Stil zu beginnen. Die enger und schneller am Körper geführten Techniken des originalen Stils erfodern eine
solide Grundausbildung. Beginnt man als Anfänger mit diesen Techniken, so besteht die Gefahr, sich selbst
ernsthaft zu verletzen. Die japanischen Meister können viele Anekdoten von Iaidokas erzählen, die sich
selbst einen Arm oder ein Bein durchstochen haben.
Verwendete Quellen:
Flashing Steel - Mastering Eishin Ryu Swordmanship ; Shimabukuro, Masayuki/Pellham, Leonhard J. (Frog Ltd.
1995) [ShiLeo95]
Japanese Swordmanship ; Warner, Gordon/Draeger, Donn F. (Weatherhill Inc. vierte Auflage 1999) [WarDra99]
The Art of Japanese Swordmanship - A Manual of Eishin Ryu Iaido; Suino, Nicklaus (Weatherhill Inc.)
Muso Shinden Ryu Iaido (Chuden Hasegawa Eishin Ryu) ; Réniez, Jean-Pierre (Collection Shobukan) [Réniez]
Classical Bujutsu; Draeger, Donn F. (Weatherhill Inc. dritte Auflage 1997) [Draeger97]
Die Samurai ; Mauer, Kuno (Knaur Verlagsgesellschaft)
Erläuterungen von Keiji Tose Sensei, 9. Dan, Hanshi Muso Jikiden Eishin Ryu (populärer Stil)
Erläuterungen von Hiromichi Otani Sensei, 8. Dan, Hanshi Muso Jikiden Eishin Ryu (originaler Stil)
Eine solche Abhandlung kann nur so verlässlich sein, wie die Quellen, die man dabei verwendet. Dennoch
liegt die Verantwortung des hier Zusammengestellten alleine beim Autor. Sollten gegenteilige oder
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